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Tschernobyl-Gedenktag

Coronabedingt wird das Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft (SWAB) am heutigen Montag, 27.04.2020, keine Mahnwache zum Gedenken an den 34. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl (26. April) veranstalten.
Der aktuelle Jahrestag steht unter dem Eindruck der verheerenden Feuer, die seit mehr als drei Wochen im verseuchten Gebiet der Sperrzone  um die Atomruine des explodierten Atomreaktors wüten. Weite Flächen sind bereits verkohlt, Trockenheit und Wind fachen die Flammen immer aufs Neue an. Die Löscharbeiten konnten die Feuer bisher nicht ausreichend eindämmen. Cäsium 137, Plutonium 239 und Strontium 90 belasten die Böden. Radionuklide aus Pflanzen und dem Boden werden freigesetzt, verbreitet und können nun aufs Neue die menschliche Gesundheit gefährden.
Infolge der Atomkatastrophe starben Tausende Menschen bzw. wurden verletzt. Zehntausende wurden zwangsumgesiedelt, vornehmlich Einsatzkräfte erkrankten an Krebs, Schlaganfällen, Infarkten, Erblindung und anderen strahlenbedingten Krankheiten. In einer gigantischen radioaktiven Wolke verbreiteten sich die gefährlichen Partikel - die Ärzteorganisation IPPNW weist daraufhin, dass auch heute noch beispielsweise Wildschweine, Beeren und Pilze etwa im Bayerischen Wald so stark verstrahlt sind, dass ihr Verzehr das Krebsrisiko erhöhen kann. Auch 34 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl ergibt sich daraus eine konkrete Bedrohung für Mensch und Natur.
Atomkraft ist teuer und schmutzig. Sie war immer massiv subventioniert und auch im militärischen Interesse. Sie birgt langanhaltende und letztlich unkontrollierbare Gefahren und ist eine extrem gefährliche Form der Energiegewinnung. Sie ist verbunden mit der Produktion von gefährlichem, radioaktiv strahlendem Atommüll, der auch für die Folgegenerationen eine immense Gefährdung bedeutet - bislang gibt es weltweit! keine Lagerstätte, wo dieser ausreichend sicher und ausreichend abgeschirmt verwahrt werden kann. Atomare Katastrophen sind grenzüberschreitend. Atomkraft ist nicht klimaneutral. Atomkraft ist nicht zu verantworten.

Deshalb fordert das SWAB den - längst überfälligen - sofortigen Atomausstieg weltweit und den Umstieg auf 100 % erneuerbare Energien