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Jahresrückblick 2018

Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft (SWAB): Jahresrückblick 2018
In unserem Jahresrückblick müssen wir feststellen, dass sich für die Region Schweinfurt und die
hiesige Bevölkerung weiterhin starke Belastungen durch das AKW Grafenrheinfeld ergeben. Die
erteilte Rückbaugenehmigung erlaubt es z.B. die radioaktiven Emissionen in Luft, Boden, Wasser
in ungeminderter Höhe fortzuschreiben. Es wird sogar zusätzliche Belastung 
geben - durch die
Bestückung der neuen Atommüllhalle , die derzeit gebaut wird. Schwach- und mittelradioaktive
Materialien, die beim Rückbau anfallen, sollen dort gelagert werden - und die Strahlenbelastung
ist für einen Wert bewilligt, der beinahe 3-fach so hoch ist, wie die Belastung aus dem
Atommülllager für hochradioaktiven Müll! 
Wir sehen das mit großer Sorge! 
In diesem Zusammenhang wird immer wieder das Jahr 2027 genannt - angeblich wird dann
Schacht Konrad als bundesdeutsches Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll
in Betrieb gehen. Ob das gelingt, ist sehr fraglich - dieser Betriebsbeginn war ursprünglich für
1988 geplant und wurde schon mehrfach verschoben. Bis der gesamte schwach- und mittelradioaktive
Müll von den verschiedenen Standorten tatsächlich dort eingelagert sein könnte, wird der Zeitraum
von 30 Jahren genannt. Zudem reicht die Kapazität von Schacht Konrad nicht für alle Abfälle aus,
die dort eingelagert werden sollen. Auch wenn „geplant“ ist, diesen Atommüll ab 2027 für den
Transport zum Endlager Konrad bereitzustellen, muss man davon ausgehen, dass er wesentlich
länger
hier verbleiben wird.
Genau wie der hochradioaktive Atommüll! Der, laut AKW-Leiter Kaiser, ab 2020 komplett - verpackt
in Castorbehälter - in das Atommülllager BELLA transportiert sein werde. Mittlerweile wird selbst vom
BFE (Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit), BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung)
und BGZ (Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH) offen darüber gesprochen, dass es illusorisch sei,
davon auszugehen, dass im Jahr 2046 - bis dahin läuft die Genehmigung von BELLA - ein dauerhaftes 
„Endlager“ für den hochradioaktiven Atommüll fertig und befüllbar sein werde.   Vom AKW-Betreiber
Preussen-Elektra wird das nicht offen kommuniziert! Man pflegt da insgesamt - leider - eine selektive
Kommunikation: im Gegensatz zu anderen Standorten, an denen AKWs rückgebaut werden, lehnen
es die Verantwortlichen hier ab, die kritische Öffentlichkeit umfassend zu informieren bzw. miteinzu-
beziehen; so gibt es auch keinen „ runden Tisch“ zur Begleitung des Rückbauprozesses. 
Wir stellen fest, dass die Aussage, 2035 „… soll nicht mehr viel vom KKG übrig sein, auch die Türme
nicht.“ außer Acht lässt, dass 2035 der gefährliche, hochradioaktive Atommüll aus dem AKW Grafen-
rheinfeld mit Sicherheit übrig sein wird - möglicherweise auch der schwach- und mittelradioaktive!
Das ist sehr viel - Gefährdung und Belastung! 
 
Für das Atommülllager BELLA ist der Bau einer Mauer geplant - eine sogenannte Härtungsmassnahme
- da der Schutz gegen bestimmte terroristische Szenarien offensichtlich nicht ausreichend ist! Der
Betreiber verweist dennoch immer wieder auf die angebliche Sicherheit  des Atommülllagers - mit
der Begründung, es habe schliesslich eine Genehmigung. Es ist nicht einsehbar - und daher nicht
nachprüfbar -  ob BELLA  gegen den Absturz eines A 380-Flugzeuges ausreichend gesichert wäre.
Es gibt allerdings gutachterliche Aussagen, die das infrage stellen!
Der Erörterungstermin für das dezentrale Atommülllager BELLA fand kurz nach 9/11 2001 statt
- obwohl der fürchterliche Anschlag gezeigt hatte, in welchem „ unvorstellbaren“ Ausmass kriminelle,
terroristische Energie Realität sein kann, und daher berücksichtigt werden muss - fand dies keine
ausreichende Berücksichtigung beim Termin.
Für das SWAB ergeben sich Fragen und große Bedenken: den Castoren als Transport- und Lagerbe-
hältern wurde lediglich für 40 Jahre Sicherheit attestiert. Kann für die Behälter, die mit hochradioaktivem
Müll bestückt sind, Transportfähigkeit auch über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden?
Kann eine längere Einlagerung zu Zustandsänderungen an den Behältern führen? Weshalb ist es nicht
geplant, die Voraussetzung zur wichtigen Überprüfung des hochradioaktiven Inventars („heisse Zelle“)
zu schaffen?  
Weshalb wird nicht gesagt, dass „freigemessenes“ Material durchaus radioaktiv belastet sein kann?
Auch wenn dabei ein bestimmter Risikowert unterschritten wird, ist für die Bevölkerung mit der „Freigabe“
dieser Materialien eine weitere Belastung im Bereich der Niedrigstrahlung verbunden.
Im Jahresrückblick stellen wir zur AKW-Rückbau-Genehmigung mit Bedauern fest, dass nur wenige der
umfangreichen und sachverständigen Einwendungen gegen die beantragte Massnahme gewürdigt und
berücksichtigt wurden! 

Das SWAB begrüßt (mehrheitlich) , dass der BUND Naturschutz gegen diese Rückbaugenehmigung 
Klage 
eingereicht hat, mit dem Ziel, auf dem juristischen Weg ein deutliches Mehr im Bereich Sicherheit
und Strahlenschutz zu erreichen