Abschaltung erneut verschoben!

Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld - die Posse geht weiter! 

Eigentlich schien alles klar:gemäß § 7 ABs. 1a Nr. 2 des Atomgesetzes (AtG)  muss
das AKW Grafenrheinfeld spätestens am 31.12.2015 seinen Betrieb einstellen - 
dieser Termin erschien als Abschalttermin. Doch dann hat  E.on in Frühjahr 2014
einen früheren Termin veröffentlicht: 31.05.2015. Auch der Bundesnetzagentur
gegenüber hat der Energiekonzern diesen Termin zur endgültigen Stilllegung
angezeigt.

Nachdem der "neue, neue" Termin - 20.06.2015 angekündigt war, hat die
Bundesnetzagentur auf Anfrage erläutert, dass der Betreiber ein Stilllegungsrecht
zum 31.05.2015 habe - jedoch keine Stilllegungspflicht. E.on dürfe  - auch ohne
weitere Ankündigung bei der Bundesnetzagentur - die Stilllegung im Juni 2015
oder auch später vornehmen - jedoch spätestens zum 31.12.2015.Für die Leipziger
Strombörse sind die Planungsänderungen von E.on jeweils einsehbar: nachdem
erschienen war, dass ab 21.Juni keine Leistung mehr angezeigt werde, wird heute
angegeben, dass dies ab dem 28. Juni 2015 sein werde. 

E.on hat ja auch verkündet, dass es am 27.Juni -„neuer, neuer, neuer“ Termin
- den Leistungsbetrieb einstellen werde .... vielleicht .... vielleicht auch nicht?
ögllich, dass in zwei Wochen ein anderer neuer Termin genannt wird - wieder
mit der aufregenden Begründung, man "wolle die optimale Ausnutzung aller
Brennelemente"?

Das ist ja für ein Wirtschaftsunternehmen sogar nachvollziehbar - nicht
nachvollziehbar sind allerdings die kurzfristigen Änderungen; das wirkt
erschreckend unprofessionell! Können die Fachleute im AKW wirkllich nicht
besser einschätzen, wann es soweit ist, dass die Leistung der Brennelemente
tatsächlich  aufgebraucht ist? Ist es vorstellbar, dass die ExpertInnen immer
aufs Neue von der Realität überrascht werden und deshalb das Abschaltdatum
wieder mal korrigieren müssen?

Eines ist klar: das Vorgehen bestärkt alle, die den Aussagen von E.on skeptisch
gegenüberstehen - die gemachten Aussagen entbehren jeder Verlässlichkeit!
Es ist eine Posse - doch das Lachen bleibt im Hals stecken, da die Betreiber
mit ihren immer neuen - späteren - Abschaltterminen dafür sorgen, dass das
AKW länger am Netz bleibt und all die Risiken, die damit verbunden sind,
ungemindert Bestand haben! E.on spielt weiter mit dem Risiko der radioaktiven
Katastrophe - auf unsere Kosten!

Das Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft findet dieses Verhalten
skandalös und inakzeptabel!