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Abschaltung AKW Grafenrheinfeld

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses zur Abschaltung AKW Grafenrheinfeld

Bei der Energiewende-Demo am 22. März in München Fröttmanning sprach Babs Günther vom
Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft zu den ca. 5000 Demonstranten. Die Ausführungen
handelten von den Gefahren der AKWs, deren Sicherheit sich nach Fukushima nicht nennenswert
verbessert hat, den Argumenten, die den sofortigen Atomausstieg zwingend notwendig machen
und den spezifischen Vorgängen um das AKW Grafenrheinfeld:

- widersprüchliche Aussagen zu "notwendiger" Laufzeitverlängerung,
- dem Ergebnis einer Studie von Arepo consult, die belegt, dass die Stilllegung des AKW auch ohne
Fertigstellung der Thüringer Strombrücke, bzw. der Errichtung eines Megagaskraftwerkes nicht zu
Versorgungsengpässen führen wird,
- dem Vorschlag von Ministerpräsident Seehofer, der E.on mit Geldgeschenken dazu bringen wollte,
von einer vorzeitigen Stilllegung abzusehen bzw. Überlegungen, das AKW könne als sytemrelevantes
Reservekraftwerk eingestuft werden.

Für Aufsehen sorgte das lange Störfallbanner, auf dem die Störfälle des AKW Grafenrheinfeld aufgelistet
sind.  Die Menge reagierte auf die Ausführungen: immer wieder hallten die Rufe "Abschalten" über das
Gelände, viele Unterschriften "Grafenrheinfeld abschalten - lieber heute als morgen" wurden geleistet.
Eine knappe Woche später, am 28. März bestätigt E.on die Pläne, das AKW vor dem gesetzlich festgelegten
Termin (31.12.2015) stillzulegen. Falls die Bundesnetzagentur das AKW nicht doch noch als systemrelevant
einstuft, bedeutet das die endgültige Stilllegung Ende Mai 2015. Ist nun alles gut?

Kann die Bevölkerung aufatmen, feiern, weil die atomare Bedrohung durch das AKW ab Juni 2015 der
Vergangenheit angehören wird?  Bis zur tatsächlichen Stilllegung ändert sich nichts - das Gefährdungsrisiko
durch den Betrieb des AKW bedeutet unverminderte Gefahr, die Menschen leben tagtäglich mit dem Risiko
eines Supergau und den katastrophalen Folgen!  Das ist unverantwortlich - und unverständlich, da ja  die
Leistung des AKW Grafenrheinfeld für die Versorgungssicherheit gar nicht benötigt wird!

Positiv ist, dass ab diesem Zeitpunkt im AKW Grafenrheinfeld kein Atommüll mehr erzeugt wird.
Positiv ist auch, dass ab diesem Zeitpunkt  das AKW Grafenrheinfeld keine weiteren radioaktiven
Emissionen im "Normal"-Betrieb verursachen würde. Diese sind höchstwahrscheinlich verantwortlich
für nachgewiesen signifikant erhöhte Erkrankungen von kleinen Kindern an Leukämie und anderen
Krebsarten im nahen Wohnumfeld um AKWs!

Grund zur Entspannung gibt es dennoch nicht: 

-  bei der Stilllegung verbleiben sowohl im Reaktorkern als auch im Abklingbecken hochradioaktiv
strahlende Brennelemente. Das heisst konkret , die Bevölkerung ist weiterhin gefährdet durch die
Auswirkungen von möglichen atomaren Unfallszenarien.

- im dezentralen Atommülllager "Bella" werden abgebrannte Brennelemente - die hochradioaktiv sind
- "zwischengelagert"; die Betriebsgenehmigung endet 2046 .... zu diesem Zeitpunkt müsste der
atomare Müll wegtransportiert sein, in geeignete Lagerstätten, wo er über einen Zeitraum von 
mindestens 1 000 000 Jahren sicher von der Biosphäre abgeschirmt sein würde.

-  z.Z. ist nicht davon auszugehen, dass das Problem der Atommülllagerung zu diesem Zeitpunkt
geklärt sein wird -  d.h. wir müssen davon ausgehen, dass der Atommüll wesentlich! länger als
geplant in der Region verbleibt!

-  Das dezentrale Atommülllager am AKW Grafenrheinfeld stellt eine gravierende atomare
Bedrohung für die Bevölkerung dar! Eingelagert ist / wird hochgefährlicher hochradioaktiver Müll.

-   Das Gebäude bietet keinerlei Strahlenabschirmende Wirkung; allein die Castoren (eigentlich
Transportbehälter / nicht Lagerbehälter) sollen das bewirken - über einen Zeitraum von max.
40 Jahren; berechnet wurde das in Simulationsverfahren.

-   Das Gebäude ist nicht ausgelegt gegen einen vorstellbaren Absturz einer A 380,  es ist nicht
ausgelegt gegen den vorstellbaren Beschuss durch derzeit verfügbare panzerbrechende Waffen

-  derzeit werden "irgendwelche" Nachrüstungen wg. der Gefahr durch panzerbrechende Waffen
initiiert - was genau, ist nicht bekannt - die Behörden berufen sich auf Geheimhaltungspflicht -
es gibt auch Baumassnahmen, die Hubschrauberlandungen auf dem Dach eines ZWL verhindern
sollen (die Möglichkeit der Abseilung wird nicht in Betracht gezogen?)  Um besser gegen die Gefahr
eines Absturzes z.B. einer A 380 gewappnet zu sein, müsste das Atommülllager neu konzipiert,
neu gebaut werden (Aussage von Gutachter Werner Neumann bei der Atommüll-Tagung in
Berlin, 28. / 29.März)      

-  die wichtige Abluftüberwachung gibt es nicht; genauso wenig  eine heisse Zelle für
Reparaturarbeiten an den Castoren

- Das OVG Schleswig hat dem ZWL Brunsbüttel die Genehmigung entzogen:  möglicher
Flugzeugabsturz / möglicher Beschuss durch panzerbrechende Waffen wurden nicht ausreichend
berücksichtigt. Das ZWL beim AKW Grafenrheinfeld  zeigt noch schlechtere Bedingungen:
dünnere Wand - und Deckenstärken; d.h. das Gefährdungspotential ist noch höher als in Brunsbüttel!
                                                                          
Für die Bevölkerung in der Region um das AKW Grafenrheinfeld  bleibt  -  auch bei einer vorzeitigen
Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld -  die massive Belastung durch das atomare Inventar im AKW bzw.
durch das sicherheitstechnisch völlig ungenügende Atommüllzwischenlager! 
Verschärfend kommt dazu, dass es keine ausreichenden Katastrophenschutz-Pläne gibt.


Forderung:  Das AKW Grafenrheinfeld muss stillgelegt werden - sofort!    

Die Strom - Kapazität ist nicht nötig für die Versorgungssicherheit! Die weitere  Atommüllproduktion +
weitere Emissionsabgabe + weitere Gefahr eines Super-Gau sind nicht hinnehmbar!
     
Dass Atomenergie sich nicht rechnet , ist keine neue Erkenntniss!  Atomkraft konnte sich nur nur
behaupten, weil sie hochsubventioniert wurde!

Der Atomausstieg muss vollzogen werden - sofort, ohne weitere Verzögerung!  
Sonst ist auch die Energiewende in Gefahr!
 
Die Betriebsgenehmigung für das Atommülllager muss aufgehoben werden, da es den
nötigen Sicherheitsanforderungen nicht genügt.